Challenger Deep

Autor SHUSTERMAN, Neal

Verlag HarperTeen 2015

Wir begleiten Caden Bosch auf seiner Schiffsreise zum tiefsten Punkt der Erde im südlichen Marianas-Graben. Caden ist unterwegs mit dem Kapitän, einem Papagei, einem Mädchen, auch Bugfigur, namens Calliope und anderen Reisegefährten.

Bald wird uns klar, dass wir uns in der Parallelwelt in Cadens Kopf befinden; der beginnt mit 15 an einer bipolaren Störung zu leiden und weiß, dass ihm eine Reise in die Tiefe bevorsteht. Gleichzeitig erleben wir einen Caden in der anderen, in unserer, Wirklichkeit. Auf der Reise wird Caden zum ‚artist in residence‘ ernannt, und er zeichnet, was er bei den Erkundungen sieht.

Spätestens hier kommt eine dritte Ebene dazu, denn die Zeichnungen stammen von Shustermans Sohn Brendan, der in Jugendjahren an Schizophrenie litt, der Tiefe aber entkommen konnte. Dass dies nicht einfach ist, dass man sein Kind nicht abgibt und ‚repariert‘ zurückbekommt, zeigt sich bei Cadens Weggefährtin Callie. Ihre Eltern verstehen nicht, dass die Tiefe immer lauert.

Caden heißt vermutlich nicht zufällig Bosch mit Familiennamen, und so, wie er zwischen den Welten umhertapst, so tapsen wir auch bisweilen im Roman herum, denn einfach zu lesen ist diese Geschichte zweier Parallelwelten mit allerlei Verknüpfungen nicht (die Zeichnungen spiegeln auch ein bisschen das Leseerlebnis wider), obwohl die Kapitel angenehm kurz sind; aber das lädt auch zum Springen im Narrativ ein, und daher wird man diesen Roman, der laut Shusterman nicht nur ein fiktionales Werk ist (eine von drei US Familien ist, so schreibt er, vom Gespenst der Geisteskrankheit bedroht), mit Konzentration lesen müssen; dann wird man aber auch Gewinn daraus ziehen.

pp. 308 | 5./6. Klasse

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
03.11.2016
Link
https://rezensionen.schule.at/portale/rezensionen/yan-young-adult-novels/krankheit/detail/challenger-deep.html
Kostenpflichtig
nein