My Name Is Jodie Jones

Autor SHEVAH, Emma

Verlag David Fickling Books 2025

Jodie Jones (15) hat viele Eigenheiten; so reagiert sie beispielsweise nur, wenn man sie mit vollem Namen anspricht, ein Jodie ignoriert sie. Und sie ist genau: Wenn ihre Freundin Becca meint, Jodie Jones sei klüger als anderen, dann reagiert sie mit: Du kennst nicht alle anderen.

Dieses Verhalten treibt nicht nur ihre Lehrer/innen auf die Palme, sondern besonders auch ihre Mutter, eine Powermum, die nur ihre Anweisungen gelten lässt, sei es dem Sohn Champ oder ihrem Mann – oder der gesamten Welt – gegenüber.
Vordergründig ist Jodie von Wörtern und Sätzen fasziniert und vermittelt uns unausgesetzt den Zauber der Sprache. Propinquity. Mellifluous. Splendiferous. Rumination. Nicht nur, dass sie die Wörter aufzählt, sie denkt auch über einzelne nach: „Becca is setting the table and shouting at her siblings to help. ‘Siblings’ is not a pleasing word. The hard ‘b’ and much too close ‘l’ make you pause abruptly mid-word, added to the assonant ‘I’, the letter combination just doesn’t work in those two staccato syllables. ‘Podlings’ would be better, but it’s not like you can change it.” (63)

Und sie fügt sie zu einem neuen Ganzen: “No one can stop me thinking in plosive alliteration and this paltry freedom is epiphanic.” (111)
Gleichzeitig findet sie Wörter und Sätze in Gedichten, bei Joyce, bei Fitzgerlad etc.
Das reicht natürlich nicht für einen Roman. Die Geschichte erzählt von etwas anderem: von einer tief traumatisierten Jodie, die sich zumindest ‚micro-choices‘ gegenüber der dominanten Umwelt erlaubt (nur den halben Test exzellent beantworten), was ihre Mutter unendlich reizt. Sie erzählt von einer Mutter, über die wir erst spät erfahren, warum sie so handelt, wie sie handelt. Von der guten Freundin Becca und deren Familie, vom aufmerksamen Moses, der schon fast wie ein Freund ist.

Was sich genau im Hintergrund abspielt, soll der Spannung wegen hier nicht verraten werden. Dass sich die Geschichte auf verschiedenen Ebenen als sehr lesbar erweist, kann aber verraten werden. Dass sie möglicherweise Lehrer/innen besser gefällt als Schüler/innen, kann sehr leicht möglich sein. Sprachlich ist das Buch im Übrigen auch eine Herausforderung, die sich aber – trotz der vielen schwierigen Wörter – lohnt. (Bloß ‚Ozymandius‘ [sic!] im Anhang ist ein Lapsus.) Ein Buch, das aus dem üblichen YAN-Angebot deutlich herausragt.

pp. 344 (Heranwachsen, psychische Probleme, Familie; 6. Klasse+)

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
30.03.2026
Link
https://rezensionen.schule.at/portale/rezensionen/yan-young-adult-novels/detail/my-name-is-jodie-jones.html
Kostenpflichtig
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