Qualität sichern: Schulprogramme entwickeln

Ohne Umschweife – das ist ein gelungenes und brauchbares Buch, verständlich geschrieben, klar strukturiert, voller Anregungen, aber auch gespickt mit praktischen Beispielen, Checklisten, Literaturhinweisen – kurzum: Alle, die in den Bereich Schulentwicklung mit Schwerpunkt Schulprogramm einsteig ...

Ohne Umschweife – das ist ein gelungenes und brauchbares Buch, verständlich geschrieben, klar strukturiert, voller Anregungen, aber auch gespickt mit praktischen Beispielen, Checklisten, Literaturhinweisen – kurzum: Alle, die in den Bereich Schulentwicklung mit Schwerpunkt Schulprogramm einsteigen, werden hier einen guten Ausgangspunkt finden und nicht gleich, angesichts der ausufernden Literatur zum Thema (vom Autor nicht unwesentlich mitbestimmt), verzweifelt die Hände ringen.
Zugegeben: Manches davon ist schon an anderer Stelle erschienen, der ein oder andere Beitrag in Kooperation bereits (in ähnlicher Form) publiziert worden, aber das ist eben das Kunststück bei diesem Buch: Dass, wie bei der Schulentwicklung, gleichsam Tradition und Innovation, Bekanntes und Neues, zu einem Ganzen zusammengefügt werden.
Kernstück des Buches ist der Abschnitt "Von der Vision zur Aktion", in dem die Phasen der Schulprogramm-Entwicklung dargestellt werden: Anlass, Standortbestimmung, Vision, Plan, Aktion und Evaluation werden unter Zuhilfenahme zahlreicher Beispiele beschrieben. Im Anschluss setzt sich Schratz dann mit den Themen Programmentwicklung im Team und mit Qualitätsstandards zur Überprüfung eines guten Schulprogramms auseinander. All das wird vor einem breiten bildungspolitischen Hintergrund gesehen, der im Einleitungskapitel (Stichwort PISA) aufbereitet wird und der sich dann zu Fragen von change management "verengt".
In einem Anhang finden sich "Werkzeuge zur Schulentwicklung", etwa das Selbsteinschätzungsprofil (SEP), das wir schon aus "Serena" (Studienverlag 2002) kennen.
Schratz legt also mit diesem Buch ein Vademecum im besten Sinn des Worts vor: genug Theorie bzw. genügend Hinweise auf Theorie um neugierig zu machen, zahlreiche Beispiele aus der Praxis, um doppelt neugierig zu machen. Dabei ist es unerheblich, dass die Praxis manchmal bereits überholt ist (oder stagniert). Da entwirft die Offene Schule Kassel-Waldau etwa eine Schulprogrammaufgabe "Neue Medien", die sich so liest, als wären sie die einzigen, die das Thema entdeckt haben; ohne Hinweis, dass es da bereits eine Überfülle an Erfahrungswerten gibt. Und wenn man sich dann die Homepage der Schule anschaut, so ist diese Schulprogrammaufgabe mehr als gut versteckt. Gleichzeitig entdeckt man eine lebendige, äußerst interessante Schule, die man nicht an dem hier zitierten Beispiel messen will.
Dass das Buch einem breiten Publikum dienen will, zeigen auch die vielen Fotos, die vielleicht manchmal ein bisschen vordergründig sind, die aber – endlich auch einmal in der Pädagogik – Alice in Wonderland bestätigen: "What is the use of a book without pictures?"
Jedenfalls kann ich es uneingeschränkt allen Kolleginnen und Kollegen empfehlen, die sich auf den Schulentwicklungsweg machen und nicht zwischen Geröll herumstolpern wollen, sondern einem einladenden Pfad folgen möchten. Die – wiewohl manchmal lückenhafte – Bibliografie und der "flow" des Buches selbst laden zu weiteren Ausflügen ein.

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
01.07.2001
Link
https://rezensionen.schule.at/portale/rezensionen/newsletter-fuer-englisch/paedagogik/detail/qualitaet-sichern-schulprogramme-entwickeln.html
Kostenpflichtig
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