The Heirs

Autor ÀBÍKÉ-ÍYÍMÍDÉ, Faridah

Verlag Feiwel and Friends 2026

Was macht ein Buch zum Jugendbuch? Sicher nicht, dass viele jugendliche Charaktere vorkommen. Aber wenn sie sich, so wie hier, immer wieder durch Plattheiten gestalten, dann ist leider die vergröbernde Grenze zum Jugendbuch überschritten.

Àbíké-Íyímídé hat mit „Ace of Spades” (s. Archiv) einen recht passablen Debutroman vorgelegt, und auch dieses Buch, mit Anklängen an „Knives Out“, wird sicher eine Fangemeinde finden. Für ein Mystery schleppt es sich allerdings gar ein bisschen lang dahin – kein Wunder, denn alle Charaktere müssen ausführlich dargestellt werden.
Da ist einmal Leontes Button, autoritär und unsympathisch, der die Button-Methode entwickelt hat; mit dieser kann man Wunderkinder aufziehen (nurture vor nature), und so lernen wir seine fünf Experimente kennen, die er aus Waisenhäusern gefischt hat, so seine Behauptung. Diese Kinder, alle um die 17, sind: 
Octavious, das Musikgenie, Fola, die Wissenschafterin, Bilal, der Fechtmeister, Perdita, die Künstlerin – und Romeo, der Versager. Alle haben es eigentlich satt, ihr Wunderkinder-Dasein zu leben, ihre eigene verwundete Welt mit sich zu tragen. Kompliziert wird alles noch durch etwa gleichaltrige Randfiguren: Evie, die auf Rache sinnt, Thorin, der Perdita liebt, Anwar, der mit Bilal eine Beziehung hatte. 
Dann wird Leontes eines Nachts umgebracht, und die Jagd nach dem Täter/der Täterin beginnt…

Einige ‚twists‘ gehören zum Programm, aber Àbíké-Íyímídé geht es gar nicht so ehr ums ‚murder mystery‘, sondern um die Darstellung von ganz allgemeiner Gewaltausübung, vor allem Wunderkindern gegenüber. Das merkt man aber eher erst in ihrem Nachwort. Als ‚murder mystery‘ kommt das Buch leider etwas schwerfällig einher.

pp. 317 (Mystery; 6. Klasse)

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
24.07.2026
Link
https://rezensionen.schule.at/portale/rezensionen/detail/the-heirs.html
Kostenpflichtig
nein