The Calamity Club
Autor STOCKETT, Kathryn
Verlag London: Fig Tree 2026
Stockett hat mit ihrem Roman „The Help“ (2009) einen Mega-Bestseller gelandet, nun kehrt sie mit einem neuen Buch ins Rampenlicht zurück. Sie bleibt dem Bundesstaat Mississippi treu, diesmal allerdings befinden wir uns im Jahr 1933, einer Zeit der Armut der vielen.
Erzählt wird der umfangreiche Roman von zwei sympathischen Protagonistinnen. Da ist zum einen Meg (11), die nicht weiß, warum sie plötzlich von ihrer Mutter Charlie verlassen wurde und die im Waisenhaus „The Orphan“ von der Schurkin des Buches, Chairlady Garnett, systematisch gequält wird (warum, will ich hier nicht verraten).
Zum andern ist da Birdie Calhoun (24), die nach Oxford kommt, um ihre Schwester Frances zu besuchen – und um sie um Geld zu bitten, denn Mutter und Großmutter sind im Kaff Footely am Verhungern. Es stellt sich jedoch heraus, dass Frances selbst viele Probleme hat, nicht zuletzt wegen ihres Mannes Rory Tartt, und dass der Wohlstand der Tartts auf dem Prüfstand steht.
Fast sieht es gut aus für Meg, denn Tom Heidelberg und seinen Frau Lucille adoptieren sie – aber es bleibt vorderhand beim ‚fast‘.
Weniger gut sieht es bei den Tartts aus, auch wenn Birdie einen netten Mann kennenlernt; die Frage ist, ob sie ihr Anwesen verlieren werden. Da hat Charlie, die bei den Tartts eingezogen ist, eine Idee, wie sie allesamt zu Geld kommen können. (Auch diese Idee sei nicht verraten.)
So viel aber: Eine Handvoll Frauen (darunter die gewinnende Virginia, die Ärztin werden will) versucht gegen männliche Gewalt aufzustehen – mit der nötigen Vorsicht, denn am Beispiel Charlies sehen wird, wie mit Frauen umgesprungen wird, und Stockett prangert dabei die damals übliche Zwangssterilisation deutlich an.
Stockett hat gewissermaßen, trotz aller Schrecklichkeiten, einen Wohlfühl-Roman geschrieben, der mit einigen Unwahrscheinlichkeiten aufwartet, aber insgesamt ein gutes Bild der ‚Depression‘ bietet, wobei starke weibliche Charaktere um Würde und Überleben in verschiedenen Formen kämpfen. Wenn das kein Film / keine Serie wird, dann müsste ich mich sehr verschätzt haben.
P. S. Ein bisschen irritierend: der abrupte Schluss.
pp. 634 (Gegenwartsliteratur)