Lost in the Garden
Autor LESLIE, Adam S.
Verlag Liverpool: dead ink 2024
Gewinner des Nero Book Awards (Nachfolger von Costa) 2024 ist Leslies ‘folk horror‘ Roman, und das sorgte für eine echte Überraschung. Das Buch ist ein ‚road movie‘ mit Hindernissen.
Das sind vor allem die ‚ghosts‘, Zombies nicht unähnlich, die sich langsam bewegen und wenn es Gelegenheiten gibt, Menschen zu Tode prügeln. So manchen Verwandten, manchen Freund findet man, der durch die Gegend streift und kein Zeichen des Wiedererkennens von sich gibt.
Der Roman ist vorwiegend die Geschichte dreier junger Frauen: Heather, quirlig und unberechenbar, will ihren Freund Steven finden, der nach Almanby aufgebrochen und nicht mehr zurückgekehrt ist. Rachel soll ein Paket in Almanby abliefern; und Antonia, die in Heather verliebt ist, wird mehr oder weniger genötigt, die beiden nach Almanby zu fahren. Doch das Problem ist: Schon als Kinder wurden sie gewarnt, je nach Almanby zu gehen.
Die Reise führt durch eine unberechenbare Landschaft in einen unberechenbaren Ort. Dort herrscht auch, der Legende nach, ein mächtiges Wesen, Green Anne. Und dort finden sie auch heraus, was Almanby am Leben erhält.
Mehr sei nicht verraten, aber so viel: Die 450 Seiten lesen sich wie ein Fiebertraum, weil man nie weiß, welche Wendung Leslie der Erzählung geben wird. Diese Unberechenbarkeit mag manche stören, viele werden sie aber als ziemlich spannungsbildend erleben. Nicht nur Leslie, der bei Blackwells in Oxford arbeitete, darf sich freuen, auch der Verlag wird froh sein über den Preis, der ihn sozusagen auf die Bühne holte.
pp. 446 (Gegenwartsliteratur)