Juice

Autor WINTON, Tim

Verlag pp. 513 (Thriller)

Nachdem ich mehrere Empfehlungen gelesen habe, machte ich mich also doch daran, die Ökothriller-Schwarte des erfolgreichen australischen Autors Winton zu lesen – und das mit mittlerer Begeisterung.

Im postapokalyptischen Australien sind ein Mann und ein kleines Mädchen unterwegs (ja, Cormac McCarthy), um der ewigen Hitze zu entkommen. Die Hälfte des Jahres macht das Leben an der Oberfläche unerträglich, die andere Hälfte dient dazu, alles Notwendige fürs Halbjahr im Untergrund zu sichern.

Auf seinem Weg werden der namenlose Erzähler und das Mädchen von einem Einzelgänger und Überlebensexperten gefangen genommen. Scheherazade-mäßig erzählt der Gefangene von seinem Leben, seiner Jugend mit der eisernen Mutter, seinen vielen Jahren in einer quasi-militärischen Einheit, die die Überlebenden jener Gruppen jagt, die „the Terror“ verursacht haben.

„Juice“ ist vorwiegend trostlos und düster; die Einsätze, die der Erzähler mitmacht, führen zur Entfremdung von seiner Frau und seinem Kind. Sie verlassen ihn, was er halb fatalistisch erträgt. Aber von den persönlichen Verlusten abgesehen, liefert Winton ein Bild einer Welt, bei der wir nachvollziehen können, wie sie kaputt gegangen ist; da muss man nur an die Feuersbrünste in Australien denken.

Dennoch zieht sich der Roman stellenweise, und erst gegen Schluss nimmt er wirklich volles Tempo auf. Vielleicht tun wir uns da doch leichter mit einem Elsberg-Roman.

pp. 513 (Thriller)

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
05.05.2026
Link
https://rezensionen.schule.at/portale/rezensionen/detail/juice-1.html
Kostenpflichtig
nein