Die Feuerprobe

Alafenisch, Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste, erzählt die autobiographisch gefärbte Geschichte eines Konflikts. Wir schreiben das Jahr 1966 und es zeigt sich, dass das Leben der Beduinen durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in ihrem Lebensraum eine drastische Wende nehmen w ...

Alafenisch, Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste, erzählt die autobiographisch gefärbte Geschichte eines Konflikts. Wir schreiben das Jahr 1966 und es zeigt sich, dass das Leben der Beduinen durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in ihrem Lebensraum eine drastische Wende nehmen wird. Aber noch sind die vergleichsweise kleinen Konflikte von Bedeutung und nehmen Zeit und Energie weg.

Salims Stamm wird eines Mordes beschuldigt, Verhaftungen und Vernehmungen zermürben die Menschen; obwohl keine Schuld nachgewiesen werden kann, werden ein paar Männer des Stammes (unter ihnen der Scheich) für ein halbes Jahr zu einem anderen Stamm verbannt. Um die Sache endgültig zu klären, kommt man überein, den ältesten Sohn des beschuldigten Scheichs die Feuerprobe machen zu lassen. Dabei ist eine glühende Pfanne dreimal mit der Zunge abzulecken; bleibt die Zunge unversehrt, ist die Unschuld erwiesen.

Alafenisch versteht es, die Dramatik der Situation auszukosten; viel schöner aber sind jene Passagen, die vom Alltag berichten, die uns in eine fremde Welt mit ihren Gesetzen und ihrer Bedächtigkeit und Bedachtsamkeit entführen. Gleichzeitig dürfen wir davon ausgehen, dass hier noch ein Zeuge von einer versunkenen Welt berichtet, was die Sache doppelt interessant macht.

Für weitere Tipps in diese Richtung werfen Sie einen Blick in die 20010/11-Ausgabe des Katalogs des Kinderbuchfonds Baobab.

Unionsverlag 2009; S. 141

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
01.12.2009
Link
https://rezensionen.schule.at/portale/rezensionen/julit-deutsch/konflikte/detail/die-feuerprobe.html
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